Impulse setzen

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Probstzellaer Bürgermeister Marko Wolfram über kommunalpolitische Herausforderungen und Lösungswege. Am 22. April 2012 fand in Probstzella, wie in vielen anderen Kommunen Thüringens die Wahl des Bürgermeisters statt. Dort wurde des bisherige Amtsinhaber mit 95,9 Prozent der Stimmen wieder gewählt. In den vergangenen sechs Jahren hat sich vieles in Probstzella verändert. Dennoch steht die Kommune vor großen Herausforderungen, erklärt Bürgermeister Marko Wolfram.

Probstzella befände sich in einem dramatischen demografischen Wandel. Die Gemeinde hat seit 2006 über zehn Prozent ihrer Einwohner verloren. Immer weniger Menschen müssen die Mittel zur Aufrechterhaltung der bestehenden Infrastruktur erwirtschaften. Straßen, öffentlicher Nahverkehr, Wasser und Abwasser, Energie, Telekommunikation – aber auch der Handel, die Gastronomie und die kulturellen Angebote leiden zunehmend darunter, dass die erzielbaren Einnahmen die Ausgaben kaum oder nicht mehr decken.

Die finanzielle Situation der Gemeinde hat sich aufgrund der geringeren Mittel, die das Land zur Verfügung stellt, wie in vielen Kommunen Thüringens sehr verschlechtert.
“Wir müssen in den kommenden Jahren noch stärker als bisher Prioritäten setzen und uns einig darüber werden, was wir mit den vorhandenen Mitteln noch gestalten und erhalten können. Dazu müssen wir Impulse setzen, die dem gegenwärtigen Trend entgegen wirken.“ erklärt Bürgermeister Marko Wolfram. Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben auf den dazu vorbereiteten Gewerbeflächen oder die Entwicklung der Tourismuswirtschaft könnten solche Impulse sein. „Mit dem Grünen Band, dem Schieferpfad (Geopark), dem DDR-Grenzbahnhofmuseum und dem Bauhaus haben wir vier touristische Marken, die uns für Gäste interessant machen.“ wirbt Wolfram für seine Stadt. Die Verkehrsinfrastruktur sei bereits auf diesen Wandel ausgerichtet. Seit 2006 flossen fast zehn Millionen Euro in Sachinvestitionen.

Ganz ohne Einschränkungen wird es jedoch auch in Probstzella nicht gehen. Die Unterstützung der Vereine und die Finanzierung kultureller Veranstaltungen wird wegen der angespannten Kassenlage reduziert werden müssen.
Noch stärkere Eigeninitiative und gemeinsames Handeln mehrerer Vereine und Orte sollen dabei gewährleisten, das Kultur- und Vereinsleben auch mit weniger öffentlichen Mitteln aufrecht zu erhalten.
Die Gemeinde plant gemeinsam mit privaten Geldgebern eine Stiftung zu gründen, deren Zweck es ist, den Sport und die Kultur zu unterstützen. Außerdem müssen die Gemeinde und die Verwaltungsgemeinschaft weiter Stellen abbauen. Dies wird nicht ohne Einschränkungen bei der Aufgabenerfüllung des Bauhofes und der Verwaltung möglich sein.

„Durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und eine Vergrößerung des Verwaltungsgebietes werden wir versuchen, diesen Herausforderungen zu begegnen.
Trotz dieser schwierigen Herausforderungen lohnt es sich aber, mit Mut und Offenheit die kommenden Jahre in Angriff zu nehmen.“ gibt sich Wolfram optimistisch. Die Arbeitslosigkeit hat sich stark reduziert. Der Arbeitskräftemangel werde auch in unserer Region zu Lohnsteigerungen führen und der Abwanderung von Freunden und Familienangehörigen entgegenwirken. „Wir können in unserer schönen Heimat im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale ein lebenswertes, naturverbundenes Leben führen.
Es liegt an uns allen, die sich bietenden Chancen zu nutzen und unsere Region zu entwickeln.“ so Marko Wolfram abschließend.

 
 

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